Archiv für 4. Klasse

Motivation

Die Klasse lässt sich heute besonders leicht ablenken. Ihren schriftlichen Arbeitsauftrag erledigen die Kinder eher schleppend. Einer sieht raus: „Es schneit!“ Am liebesten wollen sie alle losstürmen.
Lehrer: „Wer fertig ist, darf Schnee gucken.“
Schwupps, sind die schriftlichen Arbeiten fertig – und die Klasse steht fünf Minuten am Fenster, Schneeflocken gucken, als hätten sie noch nie welche gesehen.

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Fremdwörter

Das vierte Schuljahr liest eine Geschichte.  Irgendwann kommt das Wort „Pubertät“ darin vor.
Die Klassenlehrerin unterbricht: „Was heißt denn das, ‘Pubertät’?“
Aus dem Hintergrund kommt eine sehr selbstsichere Antwort:
„So was ähnliches wie Abitur!“

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Alleskönner

Klassenfahrt im vierten Schuljahr – eine ganze Woche (also Montag  bis Freitag, vier Übernachtungen). Erste Handlung nach dem Mittagessen: Betten beziehen. Für Kinder mit der Durchschnittsgröße von 1,45m nicht ganz einfach. Außerdem hat Mama das immer gemacht, keiner hat’s geübt. Ergo sind die begleitenden Lehrpersonen gefragt, werden um Hilfe angebettelt.

Im  ersten Jungszimmer herrscht Verzweiflung. Die Decken in die Bezüge zu stopfen, hat schon nicht geklappt. Der Lehrer zeigt, wie es geht: Bezug „auf links“, reingreifen, das Steppbett an zwei Ecken nehmen und den bezug „drüber schütteln“. Unten zuknöpfen, fertig.

Nach zwei Betten staunt Andi: „Mensch, ich glaub’ der Herr H. kann wirklich alles!“

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Sachkenntnisse

Sachunterrichtstest „Die Länder der Bundesrepublik Deutschland“, letzte Aufgabe: Schreibe auf, was du von Hessen weißt. Nico schrieb:

„Da Justin meine Blätter hatte, kann ich leider nichts dazu schreiben. Ich kann nur sagen, dass mein Patenonkel K. in Hessen wohnt und hoffen, dass ich dafür wenigstens einen Punkt bekommen kann.“

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Besserwisser

Sami hat eine ziemlich große Klappe. Als im Sachunterricht die Hauptstädte der Bundesländer abgefragt wurden, konnte er sie wieder mal nicht halten. Daraufhin erhielt er einen Magnetstreifen mit dem Aufdruck „Mainz“, um ihn auf der magnetischen Deutschlandkarte richtig anzuhängen.
Der erste Versuch landete in Niedersachsen und mehrere Kinder riefen „Nein“.
Beim zweiten Versuch war’s wieder falsch; diesmal riefen mehr Kinder „Nein“.
Der dritte Versuch, der vierte Versuch, der fünfte Versuch – und jedesmal wurde der „Nein“-Chor stärker.

Sami verärgert: „Ihr wisst es doch auch nicht besser!“
Die ganze Klasse: „Doch!“

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Textverständnis

Übungsdiktat: „Die größten Landsäugetiere“, hieß die Überschrift

Bei I. aus Bosnien stand „Landsorgentiere“.

Manchmal spielt einem auch „Vorwissen“ einen Streich; so schrieb C. in einem Abschreibtext nicht „Weidezaun“, sondern „Weizenzaun“.

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Verkehrswirklichkeit

In der Radfahrausbildung wird auch in der „Verkehrswirklichkeit“ fahren geübt. Meist leitet das ein Polizist. Der ist immer mit einem Grüppchen Schüler und der Lehrkraft unterwegs. Ganz wichtig ist „links abbiegen“. Das kann kaum jemand.

Unsere Schule liegt in einer verkehrsberuhigten Zone. Das bedeutet, dass an allen Kreuzungen  „rechts vor links“ gilt. Der Polizist stand mitten auf der Straße, die Kinder sollten auf ihn zu fahren und dabei die Regeln für’ s Linksabbiegen einhalten. Das klappte natürlich nicht immer. Zusätzlich waren einige auch wegen der Autofahrer etwas nervös. Wer nicht alles richitg machte, dem erklärte der Polizist noch einmal, wie es geht.

Für zufällig vorbei kommende Autofahrer war das natürlich auch eine Situation, in der  sie sich besonders regelkonform verhielten. Oder auch nicht. Ein Junge hatte sich gerade eingeordnet und an der Kreuzung angehalten, um nach dem Verkehr zu schauen. Von links kam ein Auto, dass zwar verlangsamte, aber dann durchfuhr. Mit anderen Worten: Die Regel „rechts vor links“ wurde vom Fahrer nicht eingehalten. Der Polizist rief so, dass die ganze Nachbarschaft es hören konnte, hinterher:

„He, der junge Mann hier hat Vorfahrt! Wenn das die Polizei sieht!“

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Fachkundlich

Marco sitzt fast ganz vorne. Bei der Wochenplanarbeit kommt er nicht, wie die sonstigen Kinder, nach jedem Blatt zum Abzeichnen nach vorne, sondern „sammelt“. Die Aufgaben werden gestapelt und dann dem Lehramtsanwärter und der Lehrerin ans Pult gebracht. Das ist ein ziemlich instabiler Stapel und der Weg zum Pult hatte beinahe schon ein Unglück gebracht.

Beim Verlassen des Pultes passiert es dann: Kaum von der Tischplatte genommen, fallen seine Hefter, Hefte und Bücher runter. Marco sammelt alles zusammen, nimmt den Stapel auf, macht zwei Schritte – und schon wieder liegt alles auf dem Boden.

Ganz vorne sitzt sein Freund Dennis, der sich das Spiel interessiert ansieht und den am Boden sitzenden Marco grinsend fragt: „Was machst du da?“

Die Antwort: „Erdkunde!“

(Die nächsten 5 bis 10 Minuten wurden keine weiteren Aufgaben kontrolliert – die Klasse sah von Lehrerin und LAA hauptsächlich den jeweiligen Rücken…)

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Zuneigung

„Zwerg“-Schule im Siegerland: Eine Lehrerin hat gelegentlich Probleme mit den Bandscheiben. Während der Pause wird sie von einer Schülerin ihrer Klasse vorsichtig umarmt, die ihr sagt: „Ich hab’ dich lieb. Aber ein bisschen stabiler müsstest du sein.“

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